Aktuelles

 

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Bessarabiendeutsche Historische Kommission

Bericht über die bisherige Arbeit
Die Gründung einer "Bessarabiendeutschen Historischen Kommission" wurde in den Vorstandssitzungen vom 13.12.2008 und 31.1.2009 gründlich beraten. Daraufhin wurde es für notwendig gehalten, die Entwicklungen in den Dreißiger- und Vierzigerjahren bei den Bessarabiendeutschen in Bessarabien, Polen und Deutschland eingehend zu untersuchen, um zu einer abgewogenen Darstellung dieser Zeit zu gelangen, die nicht nur auf Erlebnisberichten von Zeitzeugen beruht, sondern soweit wie möglich an den vorhandenen Unterlagen überprüft wurde. Damit soll vor allem den Angehörigen der nachwachsenden Generationen ein realitätsnahes Bild der Vorgänge geboten werden. Es wurde vereinbart, dass die Kommission nicht mehr als sieben Mitglieder umfassen soll.Bei der Delegiertenversammlung vom 14.3.2009 stellte der Bundesvorsitzende Ingo Rüdiger Isert den Antrag, eine "Bessarabiendeutsche Historische Kommission als Fachausschuss des Bessarabiendeutschen Vereins zu gründen, und benannte zugleich folgende Mitglieder: Pastor i. R. Arnulf Baumann, D. MIn. (Leiter), Dr. Horst Eckert, Realschulrektor i. R. Heinz Fieß, Dr. h. c. Edwin Kelm, Bundesgeschäftsführer Werner Schäfer, Dr. Cornelia Schlarb und Privatdozentin Dr. Ute Schmidt. Die Delegiertenversammlung bejahte den Antrag und bestätigte die Nominierten, jeweils mit überwältigender Mehrheit. Der Bundesvorsitzende wird kraft Amtes an den Beratungen teilnehmen.Die neue Kommission nahm bereits am 4. April ihre Arbeit auf und setzte sie in einer weiteren Sitzung am 28. April fort. Dabei wurde zunächst ein Fragenkatalog erarbeitet, der die wesentlichen Fragen und Themen zur NS-Zeit unter den Bessarabiendeutschen umfassen soll. Er ist in die Abschnitte "Dreißigerjahre in Bessarabien", "Umsiedlungszeit", "Ansiedlungszeit" und "Nachkriegszeit" gegliedert. Um einen Eindruck von diesem Katalog zu geben: Zu den Dreißigerjahren enthält er Fragen nach den Einflüssen aus Deutschland, den Entwicklungsabläufen der NS-Bewegung in Bessarabien und nach deren Trägern, nach der Rolle verschiedener Institutionen bei dieser Entwicklung (Kirche, Schule, Presse, Vereine), nach konkurrierenden Richtungen und schließlich zu Biografien einiger herausragender Persönlichkeiten. Zur Umsiedlungszeit wird nach dem Ablauf des Einbürgerungsverfahrens, nach den Bedingungen in den verschiedenen Umsiedlungslagern, nach den Auswirkungen der direkten Begegnung mit dem Nationalsozialismus und auch nach der Rekrutierung von Bessarabiendeutschen für die Waffen-SS gefragt. Zur Ansiedlungszeit wird nach den Lebensbedingungen in den Ansiedlungslagern, nach dem Ablauf der Ansiedlungen und den Entscheidungswegen, die konkret zu einer Ansiedlung führten, ebenso gefragt wie nach den Reaktionen der Bessarabiendeutschen auf die Erfahrungen mit dem NS-System, insbesondere bei ihren führenden Persönlichkeiten. Zur Nachkriegszeit wird nach Nachwirkungen des NS-Gedankenguts gefragt, wie auch nach den Gründen für die Übernahme von Führungsaufgaben durch Angehörige früherer Führungseliten.Die nächste Sitzung der Kommission ist für Anfang August vorgesehen. Dabei soll das weitere Vorgehen besprochen und geklärt werden. Vor allem geht es um die Gewinnung von Bearbeitern für Teilfragen oder größere Fragenkomplexe, wobei wir uns den Rat von Experten erhoffen, die sich mit der Zeitgeschichte insbesondere in Südosteuropa bereits beschäftigt haben. Auch muss noch genauer abgeklärt werden, welches Ergebnis angestrebt wird. Es ist klar, dass die Kommission kein Urteil über die Vergangenheit oder über einzelne Persönlichkeiten zu fällen hat. Wohl aber soll sie sich um eine sorgfältige und begründete Darstellung bemühen, die möglichst umfassend die Zeitbedingungen berücksichtigt . Sie soll jedoch nicht selbst eine Veröffentlichung erstellen, sondern vielmehr Veröffentlichungen anregen, die die zu untersuchende Periode beleuchten. Wünschenswert wäre eine möglichst allgemeinverständliche, zugleich aber wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Gesamtdarstellung. In welchen Etappen, in welchen Fristen und auf welchem Wege dies erreicht werden kann, muss noch geklärt werden. Angestrebt wird auch ein Dokumentenband, der die wesentlichen Dokumente der Periode zusammenfasst und so eine eigene Urteilsbildung der Leser ermöglicht.Schon heute bitten wir jedoch um die Mitarbeit unserer Leser: Wir können uns vorstellen, dass es unter den vielen mit Familienforschung befassten Jüngeren aus unseren Reihen einige gibt, die mehr als nur die Lebensdaten ihrer Vorfahren herausbekommen wollen, sondern sich auch für die Zeitumstände interessieren, unter denen sie gelebt haben. Ebenso könnten wir uns denken, dass es Studenten und jüngere Wissenschaftler aus dem Bereich der Geschichtswissenschaften gibt,. die im Rahmen einer Examensarbeit oder einer Promotion bestimmte Themen bearbeiten wollen. Vermutlich gibt es an vielen Orten in Deutschland, an denen einst Umsiedlungslager bestanden, noch Unterlagen, aus denen etwas über die konkreten Lebensbedingungen und über die Schwierigkeiten der Umsiedlungszeit zu entnehmen wäre. Die Kommission ist grundsätzlich bereit, bei solchen Vorhaben Hilfestellung zu geben. Wir bitten herzlich, uns Interessenten für solche Arbeiten zu benennen, und zwar an die Adressen der Unterzeichneten.Die Kommission ist sich bewusst, dass sie sich eine schwierige Arbeit vorgenommen hat, bei der es nicht ohne Emotionen abgehen kann. Wir sind aber überzeugt, dass die Zeit gekommen ist, diese Aufgabe anzupacken. Durch einige gelungene Gespräche über solche Themen in der letzten Zeit fühlen wir uns dabei ermutigt. Es hat sich gezeigt, dass es nötig und möglich ist, sachliche Diskussionen darüber zu führen. Wir hoffen auf die Unterstützung unserer Leser und bitten darum.Ingo Rüdiger Isert, Bundesvorsitzender und Arnulf Baumann, Leiter
 
 

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