NEUERSCHEINUNGEN

NS-Einfluss auf die Deutschen in Bessarabien - eine Pressedokumentation

von Stefanie Wolter

240 Seiten, 14,00 €

Die Bessarabiendeutsche Historische Kommission hatte beschlossen, die politischen Verhältnisse in den Dreißigerjahren in Bessarabien von neutraler Seite aufarbeiten zu lassen. Zu kontrovers wurde bis in die jüngste Zeit dieser Teil der bessarabiendeutschen Geschichte diskutiert. 

Die Voraussetzungen dafür waren gut, denn das „Heimatmuseum der Deutschen aus Bessarabien“ besitzt fast alle Ausgaben der deutschen Presse in Bessarabien auf Mikrofilmen. 

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn unterstützte das Projekt einer Pressedokumentation wie auch später die Veröffentlichung der Projektergebnisse in Buchform. 

Stefanie Wolter beschreibt in der Einführung den Forschungsstand zu diesem Thema, das vorhandene Quellenmaterial und ihre Vorgehensweise. Dann schildert sie das Aufkommen der Erneuerungsbewegung in Bessarabien, neu erstehende Organe und Parteien, deren Arbeit und damit sich neu bildende Machtpositionen, die vorübergehende politische Zersplitterung und dann die erneute Stärkung und schließlich Dominanz der nationalsozialistischen Bewegung bei den Deutschen in Bessarabien. Diese erstreckte sich nicht nur auf den völkischen, sondern auch auf den kirchlichen Bereich. 

Darüber hinaus werden Jugend, Vereine, Antisemitismus und Antikommunismus behandelt, womit noch nicht  alle Aspekte der Arbeit angesprochen sind. Zum Schluss folgen biographische Angaben zu den wichtigen Persönlichkeiten dieser Zeit, die personelle Zusammensetzung der jeweiligen Gauratsperioden und viele weitere Detailinformationen. Ein Personenindex rundet die Arbeit ab. 

Dem Buch liegen eine Landkarte Bessarabiens mit den deutschen Siedlungen von 1940 und eine CD mit Quellentexten bei. Und das ist das Besondere dieser Buchausgabe: Es werden nicht nur (Zeitungs-)Quellen genannt, zitiert und kommentiert, der Nutzer dieses Buches kann den gesamten Zeitungsartikel vollständig auf der CD nachlesen und damit sich selbst ein umfassenderes Bild über den NS-Einfluss machen, als kurzgefasste Zitate es vermögen. 

Der Verkaufspreis von 14 € ist deshalb so niedrig, weil die Herausgabe des Buches gefördert und dazu auf Verkaufsgewinn verzichtet wurde. Dem Buch wünschen wir eine große Verbreitung, da es die Zeit in den 1930er Jahren sachlich darstellt und damit zur Klärung strittiger Vorgänge beiträgt. 
                                                                                                                         Ingo Rüdiger Isert

 


Bertas Weg...von Bessarabien nach Franken
von Hildegard Dirim
216 Seiten, 19,90 €

Hildegard Dirim beschreibt das Leben ihrer Mutter Berta, die 1902 als Nesthäkchen in eine Weinbauernfamilie in Bessarabien geboren wird. Harte Arbeit, tiefe Frömmigkeit und starre Traditionen bestimmen das Leben der Menschen, in dem Gefühle oft keinen Platz haben.

 

Nach dem Tode des Vaters verheiratet sich Bertas Mutter wieder, und der eifersüchtige Stiefvater sorgt dafür, dass das achtjährige Mädchen das Haus verlassen und künftig bei Verwandten leben muss. Verflochten mit dem Privaten ist stets das Historische: Der Erste Weltkrieg und seine Folgen für die Deutschen in Bessarabien, die Zwischenkriegszeit unter rumänischer Herrschaft, die Umsiedlung 1940, die Zeit in den Lagern und in Polen. Dann die Flucht 1945 und die Ankunft in Untermerzbach. Bittere Not herrscht in den ersten Nachkriegsjahren, doch es gibt überall helfende Hände und barmherzige Hilfe für Berta und ihre vier Kinder. Langsam geht es aufwärts.

Berta trennt sich von ihrem Mann und nach und nach verlassen die Kinder das Haus, um eigene Wege zu gehen. Es werden Enkel und Urenkel geboren. An Bertas 85. Geburtstag vereinigen sich über 20 Familienmitglieder, um die alte Dame zu feiern.

 

Hildegard Dirim gelingt es, in ihrem Buch spannend und atmosphärisch dicht das Leben ihrer Mutter zu beschreiben.

 


Von Bessarabien nach Belzig - meine Memoiren
von Artur Weiß
173 Seiten, Preis noch nicht genannt

„Erst als ich meine Memoiren zu Papier gebracht hatte, reifte der Gedanke, ein Buch daraus zu machen. Der Grund war, dass ich die schrecklichsten Geschichten detailliert aufschrieb, um verständlich zu machen, was täglich vor meinen Augen, während der Flucht und später im Gefängnis geschehen war. Der Inhalt des Buches behandelt den Zeitraum von 1813 bis 2013.“

 

Die Zeit bis zu den 1930er Jahren ist kurz gefasst. So erfährt man, dass Artur Weiß’ Vorfahren zu der Klöstitzer Gruppe gehören. Dann folgt detailreich die Geschichte der Familie Weiß: die Zeit in Bessarabien, die Umsiedlung, die Ansiedlung im Warteland, die NS-Zeit, der Krieg, die Flucht 1945, der Neuanfang in Deutschland., die DDR-Zeit und Haftaufenthalt und schließlich die Entlassung. Mit der Wende begann für Artur Weiß ein neuer Lebensabschnitt und alsbald auch sein Rentnerdasein, das ihm viele gute und schöne Momente bescherte und damit gewissermaßen ein Ausgleich war für die nicht erfreuliche Vergangenheit.




Budschakenblut
von Martina von Schaewen
12.-- €


Im südlichen Teil Bessarabiens - dem Budschak - erregen weder die ausgefallenen Modeideen der jungen Olga aus Sarata noch der Totschlag an einem in der Gemeinde bekannten Säufer die Gemüter der Einwohner Saratas. Auch die darauf folgenden Morde sorgen für wenig Aufregung. Selbst an jenem Tag, als der Ortsvorsteher etwas zu Gesicht bekommt, das seine Vorstellungen bei weitem übertrifft.

Dieser historische Roman ist eine Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte. Ort der Handlung ist Sarata - Bessarabien in der Zeit von 1919 bis zum Einmarsch der Roten Armee 1940 und der Umsiedlung.

zum Bücherverkauf  

Die Republik Moldau – Ein Handbuch
herausgegeben von Klaus Bochmann u.a. 
748 Seiten, Preis 59,-- € 

Das Handbuch ist die erste größere Gesamtdarstellung der Republik Moldau nicht nur im deutschsprachigen, sondern auch im ganzen europäischen Raum. Das ist unschwer zu erklären, wenn man bedenkt, dass es sich um einen sehr jungen, erst seit etwa zwei Jahrzehnten bestehenden unabhängigen Staat handelt, der noch dazu den Prozess  seiner Selbstfindung noch nicht abgeschlossen hat. Die Kenntnisse über dieses Land sind sehr lückenhaft. Diese Lücken zu füllen, soll die wichtigste Aufgabe des Handbuchs sein.   Insgesamt 74 Autoren haben einzelne Themen bearbeitet, angefangen von der Geschichte des Landes über Staat, Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft bis zur Kultur. Die einzelnen Bevölkerungsgruppen werden jeweils in getrennten Beiträgen behandelt. Auch die Bessarabiendeutschen sind aufgenommen, auch wenn diese Gruppe heute dort nicht mehr existiert. 

 


 

Die Deutschen in Bessarabien 1914 -1940. Eine Minderheit zwischen Selbstbehauptung und Anpassung
von Olga Schroeder  
431 Seiten mit zahlreichen Bildern,  28,-- € 

Die vorliegende Arbeit wurde im August 2010 von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf als Dissertation angenommen und mit magna cum laude ausgezeichnet. Olga Schroeder behandelt die schicksalsschwere Zeit der Bessarabiendeutschen zwischen den Weltkriegen, in der wohl der höchste Stand in Kultur und Wirtschaft erreicht wurde, die aber auch das Ende der Deutschen in Bessarabien umfasst. Detailliert wird der Übergang vom zarischen Russland zum Königreich Rumänien, die Auswirkungen der Bodenreform, der Tatar Bunarer Aufstand und schließlich die Politik der Dreißigerjahre dokumentiert.  Auch Kischinewer Archive wurden im großen Umfang herangezogen. Alle Informationen werden durch umfangreiche Quellennachweise belegt. Verzeichnisse erleichtern das Auffinden von aufgeführten Personen, Orten und Sachgebieten. 


 


  Aufstieg, Wirken upload/haase.gifund Fall
  des Oberpastors Daniel Haase
   
  von Horst Eckert  
  ca. 200 Seiten, Preis 9,50 € 

  Daniel Haase gehörte zweifellos zu den bedeutendsten
  Persönlichkeiten der Deutschen in Bessarabien. Er war
  Pastor  des Kirchspiels Tarutino, Oberpastor des
  Kirchenbezirks Bessarabien und weiter in politischer Funktion     Abgeordneter und Senator in Bukarest. In den Dreißigerjahren
  kam Kritik an seiner Ämterfülle auf und an der Verwaltung der
  Spendengelder aus Deutschland. Es folgten
  Disziplinarprozesse und schließlich Amtsentzug.  Der Autor
  wagt mit dem Buch den Versuch, an Hand von vorliegenden
  Akten, Zeitungsberichten, Privatbriefen und Mitteilungen zur
  Klärung des Falles beizutragen.

 

 

Haus der
Bessarabiendeutschen
Florianstraße 17
70188 Stuttgart


Öffnungszeiten des Heimatmuseums
Montag bis Freitag
jeweils 10 - 17 Uhr,
an Wochenenden für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung.


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